​Es ist wieder der 8. März – der Tag, an dem die Welt mit Blumen wirft, um von den harten Fakten abzulenken. Während Supermärkte Rosen promoten und Kinos „starke Frauenbiografien“ als Event verkaufen, sagen wir Grüne ganz klar: Spart euch die PR-Aktion. Ein Kinoticket schließt keine Lohnlücke und ein Strauß Blumen ist keine Rentenvorsorge. ​Deshalb gibt es von uns heute auch kein schlechtes Gewissen im Klarsichtfolien-Gewand, sondern nur diese virtuelle Rose als Sharepic. Warum? Weil echte Wertschätzung nicht im Blumenladen stattfindet, sondern auf dem Lohnzettel und in den Führungsetagen.

​Wir haben das Jahr 2026 und wir haben genug von Symbolpolitik, die wie ein Beruhigungsmittel wirkt. Frauen in gehobenen Positionen sind keine „nette Abwechslung“, sondern eine demokratische Notwendigkeit. Wer nur die Hälfte der Gesellschaft am Tisch sitzen hat, liefert nur halbgare Lösungen. Ob in Konzernvorständen oder im Parlament: Wir brauchen die Perspektiven von Frauen für eine echte, klimagerechte Transformation. Führungsmacht ist zudem der einzige wirksame Schutz gegen strukturelle Abhängigkeit und die drohende Altersarmut durch den Gender Pay Gap (geschlechtsspezifische Lohnlücke). ​Blumen und Filme sind billiger Trost, solange Frauen den Löwenanteil der unbezahlten Sorgearbeit leisten und systematisch ausgebremst werden. Wir brauchen keine Pralinen, sondern ein Entgelttransparenzgesetz, das diesen Namen verdient, eine konsequente Quote und eine Kinderbetreuung, die Karrieren nicht zum Hindernislauf macht.

​Unsere Forderung bleibt: Behaltet die Blumen, gebt den Frauen die Hälfte der Macht. Feminismus ist kein heroisches Filmthema für einen Abend, sondern das Fundament einer gerechten Gesellschaft. Wir sehen uns auf weiteren Demos – ohne Rosen, dafür mit Forderungen!

von Lars Marschalleck