In der hitzigen Debatte um Kita-Plätze, Fachkräftemangel und Betreuungsgarantien wird eine Gruppe oft sträflich vernachlässigt: Unsere Tagesmütter! In der Kommunalpolitik konzentrieren wir uns häufig auf die großen Einrichtungen und die sichtbaren Bauprojekte. Doch wer den Blick schärft, erkennt schnell, dass die Kindertagespflege das Rückgrat einer funktionierenden familiären Infrastruktur ist. In den vergangenen Monaten habe ich einige Gespräche mit Tagesmüttern in unserer Region geführt. Diese Begegnungen haben mir eines verdeutlicht: Ohne ihren Einsatz würde unser Betreuungssystem vielerorts schlichtweg kollabieren. Sie füllen die Lücken, die starre Konzepte und personelle Engpässe in unseren Kindergärten hinterlassen. Sie bieten Flexibilität, wo Institutionen an ihre Grenzen stoßen und sie schaffen ein familiäres Umfeld, das gerade für die Entwicklung der Allerkleinsten unbezahlbar ist.
Es ist an der Zeit, dass wir in der Kommunalpolitik umdenken. Die Kindertagespflege darf nicht länger als "Plan B" oder bloße Notlösung behandelt werden. Sie ist ein gleichwertiges, qualitativ hochwertiges Angebot, das eine faire Behandlung und vor allem eine politische Stimme verdient.
Für mich ist klar, dass sich Werschätzung nicht nur in warmen Worten bei Jubiläen zeigt, sondern gerade im Dialog auf Augenhöge. Ich sehe es als meine Aufgabe, die Erfahrungen und Herausforderungen der Tagesmütter direkt in die politischen Gremien zu tragen. Wir dürfen diejenigen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für so viele Eltern erst möglich machen, nicht im Regen stehen lassen. Ich werde auch in Zukunft den direkten Kontakt suchen und mich dafür starkmachen, dass die Kindertagespflege die Anerkennung und Unterstützung erhält, die ihr zusteht. Eine starke Stadt braucht eine starke Betreuung und unsere Tagesmütter tragen maßgeblich dazu bei.
von Lars Marschalleck

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